Biografie Taghreed Elsanhouri

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In der Provinz Dongola im Nordsudan geboren, kam Taghreed Elsanhouri 1979 mit ihrer Familie nach Großbritannien. Dort studierte sie Soziologie und Englisch an der Universität Kent sowie Development Studies (Entwicklungspolitik) an der «School for Oriental and African Studies» (SOAS), wo sie auch eine Doktorarbeit vorlegen will. Mehr als zehn Jahre lang arbeitete sie für verschiedene Fernseh- und Radioanstalten im Nahen Osten. Als Produzentin des «Middle East Broadcasting Centers» in Dubai realisierte sie z.B. eine Dokumentarfilm-Serie über traditionelle Kinderspiele in den Golf-Staaten und für den TV-Sender «Aljazeera» portraitierte sie Mitglieder der arabischen Diaspora, die im Westen Karriere machen konnten. Ab Mitte der 2000er Jahre hat sie begonnen, eigene Projekte als Autorin und Filmemacherin zu realisieren. Dazu gehörten z.B. Videoinstallationen, mit denen sie – nach Selbstmordattentaten in London – versuchte, das Verständnis von Märtyrertum unter Muslimen in Frage zu stellen.

Mit All about Darfur drehte sie 2006 ihren ersten langen Dokumentarfilm in Eigenregie: «Als ich 2004 gefragt wurde, warum ich mir von einem Freund eine Kamera ausborgte und in den Sudan reiste, um diesen Film zu machen, habe ich geantwortet, dass ich so etwas wie eine emotionale Verpflichtung empfand, das Land meiner Geburt in dieser kritischen Zeit zu besuchen. Als der Film dann 2005 im ‹British Council› in Khartoum erstmals vor einem ethnisch gemischten sudanesischen Publikum lief, wurde mir klar, dass meine gefühlsmäßige Begründung für diesen Dreh nur ein Teil der Antwort gewesen war. Mir ging es ebenso leidenschaftlich darum, einen Film zu machen, in dem normale Sudanesen mit ihren Sichtweisen zu Wort kommen und von dem sowohl sie wie der Rest der Welt sich angesprochen fühlen. Als ich den Film mit dem sudanesischen Publikum sah, fühlte ich mich wie eine Tochter, die heimgekehrt ist.»


Filmografie (Auswahl) zu Taghreed Elsanhouri


ALL ABOUT DARFUR
2005
Regie, Drehbuch