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Titel:

MAKING OF

Titel dt.: MAKING OF - KAMIKAZE
Titel engl.:MAKING OF
Titel fr.:MAKING OF
Produktionsland: Tunesien / Frankreich / Deutschland 2006
Format: 35mm, DVD
Bildformat: 16:9
Farbe:Farbe
Sprachfassung: OF m. dt. UT
Ton:Dolby Digital 2.0
Länge:115 Minuten
Filmreihe:Game Over, Jenseits von Europa X, 13. Afrika Film Festival


Regie:Bouzid, Nouri
Drehbuch:Bouzid, Nouri
Kamera:Baudour, Michel
Schnitt:Hammouda, Karim
Musik:Charradi, Nejib
Ton:Ben Said, Michel
  
Darsteller:Abdelli, Lotfi
 Ben Mahmoud, Afef
 Ben Saïdane, Fatma
 Dziri, Lotfi
Produzent:Ben Mlouka, Abdelaziz
Produktionsfirma:Centre Cinematographique Marocain
 Unterstützung der Fonds Sud Cinéma und der EZEF



Inhalt



©
Bahta, ein junger Tunesier, träumt von einer Karriere als Breakdancer in Italien. Doch die Realität sieht anders aus, denn er hat keine Ausbildung, keinen Job und Probleme mit seiner Freundin. Auch eine Auswanderung nach Europa erscheint wegen des Irakkriegs und der militärisch gesicherten europäischen Außengrenzen aussichtslos. In Tunesien ist Breakdancing nicht gerne gesehen, weshalb Bahta und seine Freunde immer wieder in Konflikte mit der Polizei geraten. Eine Gruppe islamistischer Fundamentalisten registriert Bahtas Frustration und versucht, ihn für ihre Zwecke zu gewinnen und zu einem der ihren zu machen. Making of, der doppeldeutige Titel, verweist darüber hinaus auf eine zweite Erzählebene in dem Film. Darin unterbricht der Schauspieler Lotfi Abdelli die Dreharbeiten, um mit dem Regisseur Nouri Bouzid über seine Rolle und die Aussage des Films zu diskutieren ("Ich bin Tänzer, kein Terrorist…").


Bemerkung zum Film


Wie schon in seinen früheren Filmen hat Bouzid auch in diesem wieder ein Tabuthema aufgegriffen: die Entstehung gewaltbereiter islamistischer Organisationen aus der Mitte der tunesischen Gesellschaft: "Unser Kampf gegen den Terror darf sich nicht darauf beschränken, Attentate zu verhindern, sondern wir müssen dafür sorgen, dass nicht weitere Terroristen geschaffen werden. Wir müssen sie erreichen, bevor sie Anschläge durchführen können. Wir müssen ihnen einen Teil des Paradieses auf Erden bieten, damit sie nicht davon träumen, sich für ein versprochenes Paradies zu opfern."

Aufgrund der Revolution in Tunesien wurde sein Film von einem tunesischen Filmkritiker als "eine Prophezeiung unserer Jasmin-Revolution" bezeichnet. Denn er dokumentiert, wie Polizeiwillkür und Repression zur Zeit der Ben Ali-Diktatur in Tunesien funktionierten. Nouri Bouzid verbrachte wegen seines oppositionellen politischen Engagements selbst fünf Jahre in tunesischen Gefängnissen.

Der Film tritt mutig für arabisch-islamische Werte ein, bietet aber zugleich deren Missbrauch vehement die Stirn und spricht sich gegen eine Vermischung von Religion und Politik aus: eine klare Absage an Fanatismus jedweder Art, nicht nur im arabischen Raum, nicht nur in Bezug auf den Islam (Film Dienst, Juni 2009, Hans Messias)

Karthago Filmfestival, Tunesien 2007: Bester Film "Golden Tanit", bester Schauspieler, beste Schauspielerin
FESPACO Ouagadougou, 2007: Preis der COE und bester Schauspieler
Tribeca Film Festival,New York, 2007: Bestes Drehbuch, bester Schauspieler
Taormina Film Festival, 2007: Bester Film "Tauro d`Oro", bester Schauspieler
Oran International Film Festival, 2007: Bester Film: "Golden Hoggar"