Credits

zurück

Titel:

LA CHAMBRE NOIRE

Produktionsland: Marokko 2004
Format: 35 mm
Farbe:Farbe
Sprachfassung: OF m. engl. UT
Länge:112 Minuten
Filmreihe:Jenseits von Europa X


Regie:Benjelloun, Hassan
Drehbuch:Benjelloun, Hassan
 Mdidech, Jaouad
Drehbuch nach:Mdidech, Jaouad
Kamera:Derkaoui, Kamal
Schnitt:Faure, Emanuel
Musik:Megri, Younes
Ton:Baudoin, Phillipe
  
Darsteller:Akhmis, Abdelmalek
 Amrani, Abdellah
 Ibrahimi, Hanana
 Nadif, Mohamed
 Saberi, Souad
Produzent:Saadi, Rachida
Produktionsfirma:Bentaqueria Productions
 Dora Productions


Inhalt



©
Kamal und Najat arbeiten beide am Flughafen von Casablanca, verlieben sich ineinander und schmieden hochfliegende Pläne für eine gemeinsame Zukunft, bis sie von der Vergangenheit eingeholt werden. In seiner Studentenzeit hatte Kamal einer linksradikalen Oppositionsgruppe angehört und die marokkanische Geheimpolizei hat dies nicht vergessen. Kamal wird verhaftet und soll die Namen seiner ehemaligen Genossen verraten. Eben noch im siebten Himmel seiner jungen Liebe stürzt Kamal unvermittelt ab in die düstere Hölle marokkanischer Kerkerzellen.
Am Beispiel von Kamal erinnert der Regisseur an die "années de plomp", die "bleierne Zeit" in den 1970er und 1980er Jahren, als der damals regierende König Hassan II. eine bis dahin beispiellose Repressionswelle entfachte und jegliche Opposition brutal verfolgen ließ. Viele politische Gefangene verschwanden damals für Jahre in geheimen Folterzentren, manche mitsamt ihren Familien, und viele kehrten nie mehr daraus zurück.


Bemerkung zum Film


Auch ein Vierteljahrhundert später gehörte noch großer Mut dazu, einen solchen Film in Marokko zu drehen und zu zeigen. «Ich musste damit rechnen, selbst im Gefängnis zu landen," erklärte Hassan Benjelloun in einem Interview. "Deshalb habe ich meine Familie von vorneherein für diesen Film um Vergebung gebeten." Zwar gab es seit 1999, als Hassan II. starb und sein Sohn Mohammed VI. den Königsthron bestieg, Ansätze zur Liberalisierung des Landes. Aber Oppositionelle, die politische Tabus brechen und z.B. den König, den Islam oder die Besetzung der Westsahara kritisieren, landen noch immer hinter Gittern – wie in den aktuellen Berichten von amnesty international nachzulesen ist.
Hassan Benjelloun hat mit seinem Film somit nicht nur den politischen Gefangenen von damals ein cineastisches Denkmal gesetzt, sondern auch ein aktuelles Plädoyer für die Respektierung der Menschenrechte geliefert: "Die Hauptfigur meines Films steht stellvertretend für all die jungen Leute, die ihre gesamte Jugend hinter Gefängnismauern verloren haben, nur weil sie Freiheit und Brot für alle gefordert haben. Mir ging es darum, dass sich die Menschen in Marokko mit dieser Geschichte des Landes auseinander setzen. Als sich nach der Premiere ein Folterer und sein ehemaliges Opfer weinend umarmten, empfand ich deshalb große Genugtuung. Auch die positiven Rückmeldungen ehemaliger Gefangener haben mich sehr bewegt. Tatsächlich lief der Film dann neun Wochen im Kino, was für Marokko ungewöhnlich lang ist, und danach wurde eine Regierungskommission eingesetzt, die ‚Fehler’ aus jener Zeit korrigieren und ehemalige Gefangene entschädigen sollte."
Der Film wurde beim 19. FESPACO in Ouagadougou (2005) mit dem zweiten Preis, ("Etalon de Yennenga" in Silber) ausgezeichnet.

Hassan Benjelloun n’a donc pas seulement rendu un hommage cinématographique aux prisonniers de l’époque, son film est aussi un plaidoyer pour le respect des droits de l’Homme de nos jours: "Le personnage principal de mon film représente tous les jeunes qui défendaient la liberté et le pain pour tous, et qui se sont retrouvés en prison toute leur jeunesse. Pour moi, il était important que les gens au Maroc se confrontent avec cette facette de l’histoire du pays. A la fin de la première, j`ai vu un tortionnaire dans les bras d`un ancien détenu en train de pleurer, c`était une grande satisfaction. Les félicitations des anciens détenus m`ont également ému. Le film est resté neuf semaines en salles, ce qui est beaucoup au Maroc. Plus tard une Commission a été créée pour corriger les erreurs du régime et indemniser les détenus."
Lors du 19ème FESPACO (2005), le film a reçu le deuxième prix (Etalon d’argent de Yennenga).