Credits

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Titel:

PIÈCES D'IDENTITÉS

Produktionsland: DR Kongo 1998
Format: 35 mm
Farbe:Farbe
Sprachfassung: OF m. engl. UT
Länge:93 Minuten
Filmreihe:Jenseits von Europa VI


Regie:Ngangura, Mweze
Drehbuch:Ngangura, Mweze
Kamera:Besse, Jacques
Schnitt:Duez, France
 Ralet, Ingrid
Musik:Daulne, Jean-Louis
 Papa Wemba
Ton:Ralet, Ingrid
  
Darsteller:Essomba, Gérard
 Flack, Herbert
 Mesa, Dominique
Produzent:Ngangura, Mweze
Produktionsfirma:Films Sud
 Petrouchka Films
 Sol'oeil Films
 Vidéocam


Inhalt



©
Mani Kongo, ein traditioneller König aus dem Kongo, macht sich auf nach Belgien, um seine verschollene Tochter zu suchen. Bereits 1958 hatte er Belgien offiziell besucht und war von der effektiven Verwaltung und der technischen Entwicklung der Kolonialmacht beeindruckt gewesen. Grund genug, um die eigene Tochter zum Studium nach Brüssel zu schicken. Doch irgendwann bleiben die Briefe der Tochter aus. Und so landet Mani Kongo in königlichem Habit - mit Kopfschmuck, Perlenkette und geschnitztem Zepter - auf dem Flughafen in Brüssel. Beim belgischen Zoll gelten die Zeichen seiner Macht allerdings nur als antiquarische Kunstwerke und Mani Kongo ist gezwungen, seine königlichen Insignien zu verzollen. Dies ist nur der Anfang einer komödiantischen Konfrontation der Werte und Traditionen Afrikas mit der heutigen Realität afrikanischer Migrantinnen in Europa.


Bemerkung zum Film


Southern African Film Festival, Harare, 1998: Best Film, Best Script
M-Net All African Film Awards 1998: Best Actor
International Film festival, Los Angeles, 1999: Best Film
FESPACO Ouagadougou 1999: Bester Film
Begründung der Jury: „Der Hauptpreis „Etalon de Yennenga", wird verliehen an einen Film, der sich auszeichnet durch seine meisterhafte Beherrschung der cinematografischen Formen und seinen Erzählrhythmus. Ein Film, der Humor mit Poesie und Emotionen verbindet, der von der Gegenwart erzählt und zugleich die Erinnerung an das Afrika von gestern und vorgestern bewahrt sowie an die Zugehörigkeit der afrikanischen Diaspora zu unserem Kontinent. Wir haben uns alle in diesem Film wiedererkannt und wiedergefunden. Wir haben gelacht, und wir haben geweint, wir haben mitgezittert und uns einfangen lassen von diesem Film, der so zeitgenössisch wie kritisch ist, so ermutigend wie fesselnd."

Ngangura gelang ein faszinierendes, teilweise märchenhaftes Kino, das ohne Schwarzweiß-Malerei auskommt. Er zeigt alltäglichen Rassismus auf subtile Weise: etwa in der Behandlung von Afrikanern bei der Einreise nach Europa oder auch im veränderten Verhalten von Institutionen der ehemaligen Kolonialmacht Belgien, die den König einst auf dem roten Teppich empfingen und ihn heute nicht anders behandeln als andere „unerwünschte" Ausländer. Ngangura greift, um dies zu bebildern, auch auf Dokumentaraufnahmen aus der Kolonialzeit zurück.